6 UNESCO Highlights in Deutschland

Naturwunder, Schlösser, Industriegeschichte: Deutschland zählt insgesamt 52 Unesco Welterbe-Stätten. Wir haben unsere sechs Highlights herausgesucht.

6 UNESCO Highlights in Deutschland

Oberes Mittelrheintal, Rheinland-Pfalz

Der Abschnitt des Mittelrheins von der Stadt Bingen bis nach Koblenz zählt neben der Loire in Frankreich wohl zu der berühmtesten Flusslandschaft Europas. Gesäumt von Weinbergen und mit vielen Burgen gespickt ist das Mittelrheintal der Inbegriff von Romantik in Deutschland. Die grosse Dichte an Festungen, Burgen und Schlössern zeigt, dass dieser Flussabschnitt seit jeher eine grosse Bedeutung hatte, allen voran als Handelsweg vom Süden Europas in den Norden. Durch den entstandenen Reichtum finden sich hier besonders viele Kulturdenkmäler, insbesondere aus der Zeit des Hohen Mittelalters. Am besten zu entdecken ist die Region von einem Schiff aus. Aber Vorsicht: hier thront die Loreley auf einem Felsen und beteuert die Schiffer mit ihrem Gesang!

Unser Tipp: Wer sich für Gartenkunst interessiert, kann sich auf die Route der Welterbe-Gärten begeben, die an 30 öffentlichen und privaten Gärten Halt macht.

Lübeck, Schleswig-Holstein

Im Nordosten des Bundeslandes Schleswig-Holstein liegt die Hansestadt Lübeck, die auf eine lange Seefahrt- und Handelsgeschichte zurückblickt. Wegen ihrer Bedeutung als Handelsplatz der Hanse, der mittelalterlichen Handelsvereinigung in Nord- und Ostsee, war Lübeck 1987 die erste Stadt Deutschlands, deren gesamte Altstadt den Unesco-Welterbe-Titel erhielt. Die vielen Kanäle und die Bauten aus Backstein geben der Stadt ihr charakteristisches Aussehen. Wahrzeichen ist das Holstentor aus dem Jahr 1478. Toller Fotospot! Sehenswert ist ausserdem der romanische Dom, der erste grosse Backsteinbau an der Ostsee.

Unser Tipp: Lübeck ist bekannt für seinen Marzipan, das gar ein geografisch geschütztes Lebensmittel ist. Berühmtester Hersteller ist die Manufaktur Niederegger, in deren Café man die Köstlichkeit in verschiedensten Varianten probieren kann.

Die Promenade von Lübeck.

Foto: Shutterstock

Eisenwerk Völklinger Hütte, Saarland

Die Blütezeit der industriellen Eisenerzeugung vom Ende des 19. Jahrhunderts ist an kaum einem Ort so greifbar wie an der Völklinger Hütte. Sie ist weltweit das einzige Eisenwerk aus jener Epoche, das vollständig erhalten geblieben ist: Sie erzählen die Geschichte der Eisenherstellung, welche eine der wichtigsten Grundlagen der Industrialisierung war und folglich zum Wohlstand Europas massgeblich beigetragen hat. Man denke nur an die Verbesserung der Lebensbedingungen, welche der Ausbau des Eiseinbahnnetzes in Europa gebracht hat.  Zentrum des Unesco-Welterbe-Teils (nicht das gesamte Areal steht unter Unesco-Schutz) sind die vier eindrücklichen Hochöfen. Nebst verschiedenen Führungen bietet das Eisenwerk auch verschiedene Ausstellungen, wie zum Beispiel eine Video-Ausstellung des Künstlers Julian Rosefeldt.

Muskauer Park, Sachsen

Der Muskauer- oder Fürst-Pückler-Park in Sachsen ist ein aussergewöhnlicher Landschaftspark, der von Herrmann Fürst von Pückler-Muskau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Der Fürst orientierte sich bei der Anordnung der Pflanzen an den Prinzipien der Malerei. So hat er beispielsweise im Vordergrund, der Mitte und im Hintergrund jeweils bestimmte Gewächse und Farben harmonisch aufeinander abgestimmt. Dadurch entsteht ein spezieller visueller Eindruck. Und auch geschichtlich ist der Park relevant, denn seitdem die Grenze zwischen Deutschland und Polen 1945 neu gezogen wurde, verbindet der Park beiden Länder.

Unser Tipp: Im Schatten der mittlerweile mächtigen Bäume lässt es sich prima Velo- oder Kutschen fahren wie auch wandern.

Fürstbischöfliche Residenz, Würzburg

Eigentlich wollte Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn der Welt seine Macht demonstrieren – und liess sich deshalb 1719 in Würzburg ein riesiges Schloss erbauen. Doch kaum war die Baugrube ausgehoben, verstarb der Mann. Seine fürstbischöfliche Residenz wurde trotzdem weitergebaut. Sie gehört neben Versailles und Schönbrunn zu den schönsten Barockbauten Europas. Unesco, die das Schloss 1981 zum Welterbe adelte, rühmt gar: «Die Residenz ist das aussergewöhnlichste aller Barockschlösser.» Herausragend ist der Treppenaufgang mit dem grössten zusammenhängenden Deckenfresko der Welt. Der italienische Maler Giovanni Battista Tiepolo bildete die damals bekannten vier Kontinente ab.

Unser Tipp: Würzburg ist bekannt für seinen Wein. In dem historischen Weinkeller unterhalb der Residenz befindet sich der Staatliche Hofkeller. Eine Führung in dem alten Gewölbe ist eindrücklich.

Die Residenz von Würzburg.

Foto: Shutterstock

Der Limes des Römischen Reiches, Europa

Als sich vor knapp 2000 Jahren das Römische Reich weiter ausbreitete, stoppten die Germanen die Expansion Richtung Norden. An der Grenze des Reiches errichteten die Römer schliesslich einen Grenzwall, der sich auf 7500 Kilometer Länge um ihr Reich schlängelte. Grosse Teile des Limes sind mittlerweile Weltkulturerbe, im Jahr 2005 kam der Obergermanisch-Raetischer Limes dazu, der von Bad Hönningen am Rhein bis zum Kastell Eining an der Donau führt. Entlang der ehemaligen Grenze finden sich viele Museen und Nachbildungen, welche die römische Verteidigungsanlage erläutern.

Unser Tipp: Die Deutsche Limesstrasse führt von der niederländischen zur österreichischen Grenze einmal quer durch Deutschland. Ein spannender Roadtrip für Geschichtsfans!

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