Wie wird das Reisejahr 2023?

Wie steht es derzeit mit der Reiselust von Frau und Herrn Schweizer? Was sind die Trends? Wir haben bei den grossen Schweizer Reiseunternehmen nachgefragt.

Wie wird das Reisejahr 2023?

Die Reisebranche blickt auf schwierige Jahre zurück: Coronapandemie, Ukrainekrieg und aktuell eine drohende Rezession. Doch während die steigenden Preise allgemein zu einer verhaltenen Konsumentenlaune führen, zeichnet sich beim Reisen ein Rekordjahr ab. Zwar seien die Zahlen derzeit noch nicht ganz auf dem Vor-Corona-Niveau, verrät Nicole Pfammatter, CEO Hotelplan Suisse. «Wir sind mit der aktuellen Buchungslage sehr zufrieden und wir spüren, dass die Reiselust unserer Kundinnen und Kunden nach wie vor gross ist», heisst es beim Migros-Tochterunternehmen. Ähnlich klingt es auch bei den drei weiteren grossen Playern in der Schweiz, Kuoni, Knecht Reisen und TUI Suisse.

Nicht nur das: Trotz angespannter ökonomischer Weltlage greifen Frau und Herr Schweizer beim Reisen aktuell sogar tiefer in die Tasche. Was den Reiseunternehmen noch in den Auftragsbüchern fehlt, machen höhere Ausgaben wieder wett. Markus Kohli, CEO von Knecht Reisen: «Viele Reisende gönnen sich höhere Qualität und mehr Luxus. So wickeln wir deutlich spürbar mehr Buchungen ab, bei denen Flugleistungen auf Premium Economy oder Business Class basieren.» Gleiches gelte zudem für bessere Zimmerkategorien in Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffen.

Dass die Reiselust zurückgekehrt ist, zeigt sich auch an den jüngsten Zahlen des Flughafens Zürich. Im letzten Jahr sind 22,6 Millionen Passagiere über die Limmatstadt in die Welt geflogen – das Doppelte vom Jahr 2021 und immerhin 72 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Und das trotz teils erhöhter Flugpreise.

Die Normalisierung zeigt sich beim Buchungsverhalten. Waren die Coronajahre durch sehr kurzfristige Reiseentscheidungen charakterisiert, pendelt sich der Buchungszeitraum wieder dem langjährigen Mittel an. «Zwar besteht weiterhin eine gewisse Tendenz zu kurzfristigeren Buchungen, diese ist jedoch rückläufig. Lag der durchschnittliche Buchungszeitpunkt vor Abreise im Jahr 2021 bei rund zwei Monaten, liegt er mittlerweile bei knapp drei Monaten und nähert sich damit dem Vor-Pandemie-Niveau von rund vier Monaten an», so Philipp von Czapiewski, Managing Director TUI Suisse.

Besonders für die Reiseunternehmen hat das Reisechaos der letzten Jahre auch eine positive Auswirkung: Reisende buchen wieder verstärkt beim Reiseunternehmen und im Reisebüro, um bei Unwägbarkeiten abgesichert zu sein. «Wir haben in der Pandemie viele Neukundinnen und Neukunden gewonnen, die ihre Reisen früher stets selbst organisiert hatten, aber spätestens in der Pandemie schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungsangeboten, insbesondere der weitgehenden Befreiung von Reiserisiken, hat nachhaltig zugenommen», so Kuoni-CEO Dieter Zümpel.

Bleibt abzuwarten, was 2023 bereithält. Nach aktuellem Stand blickt die Branche auf ein Top-Reisejahr.

News der Reiseveranstalter

 

Hotelplan/Travelhouse

Die traditionelle Badeferienmarke Hotelplan hat ihr Portfolio erweitert. Neu werden Reisen nach Montenegro angeboten. Travelhouse erweitert die Produktpalette mit individuellen Rundreisen in Portugal (inkl. Madeira und den Azoren), Ägypten und Griechenland.

Knecht Reisen

Knecht Reisen erweitert sein Portfolio mit themenspezifischen Mietwagenreisen in den USA. Beispielsweise führt «Beaches & Music» nach Florida und Alabama. Ebenfalls im Programm: die neue Strecke des Rocky-Mountaineer-Zugs von Moab nach Denver.

Kuoni

Kuoni und seine Spezialveranstalter arbeiten gemeinsam mit lokalen Behörden an der touristischen Entwicklung von unbekannten Destinationen. Entsprechende Projekte werden aktuell in Südschweden, im Norden von Island oder auf der indonesischen Insel Flores realisiert.

TUI Suisse

TUI eröffnet fünf neue TUI BLUE Hotels (Bulgarien, Mallorca, Menorca, Zypern), das TUI BLUE Crystal Bay in Hurghada (Ägypten) und sieben TUI SUNEO Hotels (Deutschland, Italien, Kos, Kreta, Österreich, Türkei und Tunesien).

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