Wo sich Gourmets und Fashionistas besonders wohlfühlen

Antwerpen gehört zu den dynamischsten Orten in Belgien. Die Rubensstadt mit ihren gut 500 000 Einwohnern ist bekannt für das historische Zentrum, das Modeviertel, die Diamantenindustrie und neue Gastronomiekonzepte.

Zwei Daten haben die Entwicklung von Antwerpen, im 15. und 16. Jahrhundert eine der grössten Städte der Welt und Handelsmetropole, in den letzten Jahrzehnten entscheidend beschleunigt: 1993 wurde die Wirkungsstätte von Künstlern wie Peter Paul Rubens Kulturhauptstadt Europas, was international für viel Beachtung sorgte. Und 2011 eröffnete das Museum aan de Stroom (MAS). Das ikonische Gebäude lockt jährlich 650 000 Besucher an und besteht aus zehn Etagen, die für eine spektakuläre Aussicht sorgen.

«Im MAS lernt man Antwerpen in der Welt und die Welt in Antwerpen kennen. Mit allen Sinnen entdecken die Besucher die reiche Vergangenheit der Stadt, des Flusses Schelde, des Hafens und der Welt», sagen die Museumsbetreiber mit Stolz. Man habe sich beim Bau des Museums von den Speichern aus dem 19. Jahrhundert inspirieren lassen, die dieses Viertel prägen.

Das Museum aan de Stroom (MAS), Antwerpen.

Foto: Reto E. Wild

Antwerpen hat in seiner Geschichte stets von seiner privilegierten Lage profitiert und blieb im Zweiten Weltkrieg unversehrt. Heute befindet sich hier der nach Rotterdam grösste Hafen Europas und einer der grössten Umschlagplätze für Kaffee. Die historische Entwicklung sorgte dafür, dass inzwischen Menschen aus 175 Nationen in der belgischen Hafenstadt eine neue Heimat gefunden haben. Im Red Star Line Museum, in den ehemaligen Lagerhallen der belgischen Reederei Red Star, erfährt man viel über eine andere Entwicklung: Zwischen 1873 und 1934 beförderten die Schiffe rund zwei Millionen Menschen nach Nordamerika; Antwerpen war Abfahrtsort für europäische Auswanderer in die Neue Welt. Diese Ereignisse wirken bis heute nach: Die Hafenstadt gilt als weltoffen, tolerant und kosmopolitisch, das ehemalige Hafengebiet, eines von zehn Stadtteilen, ist heute ein trendiges Ausgehviertel.

Druckkunst und Diamantenhandel

Christophe Plantin, ein Buchbinder und Lederbearbeiter aus Frankreich, kam bereits Mitte des 16. Jahrhunderts nach Antwerpen. Die Stadt erlebte ihr Goldenes Jahrhundert. 1555 gab Plantin sein erstes Buch heraus. Schon bald fanden bedeutende Schriftsteller und Wissenschafter den Weg zu seiner Druckerei; Antwerpen wurde zum Zentrum der Druckkunst, was man im Museum Plantin-Moretus, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, mit seinem schönen Innenhof erfahren kann.

Ebenfalls seit dem 16. Jahrhundert ist die Scheldestadt mit dem schönsten Bahnhof der Welt als Diamantenzentrum bekannt, weil die Schleifer ihr Handwerk perfektionierten. Heute passieren rund 80 Prozent der Rohdiamanten der Welt Antwerpen. Drei der grossen Diamantenbörsen befinden sich im Diamantenviertel.

Hauptbahnhof Antwerpen.

Foto: Envato

21 Restaurants mit Michelin-Sternen in Antwerpen

Foodies wiederum können sich darüber freuen, dass der neueste Guide Michelin 21 Restaurants in Antwerpen und Umgebung mit Sternen auszeichnete. Im neunten Stock des MAS befindet sich mit dem Restaurant Zilte ein Betrieb mit drei Michelin-Sternen. Besonders ehrgeizig ist das Fünfsternehotel Botanic Sanctuary Antwerp, das sich als eigene Destination versteht und rund ein halbes Dutzend verschiedene gastronomische Einrichtungen hat. Das Hertog Jan at Botanic mit seinen asiatischen Einflüssen weist beispielsweise zwei Sterne auf – das Kontrastprogramm zu den unzähligen Frittenbuden.

Doch wo übernachten? Im Relais & Châteaux Franq! Wie Antwerpen selbst verbindet das Hotel Franq mit seinen 39 Zimmern und Suiten den historischen Charme eines neoklassizistischen Gebäudes mit modernem Design. Der Name erinnert an den belgischen Franc: Hier befand sich einst eine Bank, wie die Schliessfächer im Untergeschoss verraten. Tim Meuleneire kocht im Hotelrestaurant Franq auf Michelin-Niveau.

Hotel Franq in Flandern Antwerpen.

Foto: Reto E. Wild

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