Städtereise zu Deutschlands UNESCO Welterbestätten
Von Weimar bis Speyer: Viele der UNESCO-Welterbestätten in Deutschland befinden sich in Städten, die noch zu den versteckten Juwelen gehören. Die ideale Gelegenheit, sie während eines Citytrips zu entdecken.
Weimar in Thüringen war schon Heimat vieler grosser Persönlichkeiten, so etwa von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Johann Gottfried Herder. Und so übernahm die Stadt im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert die Rolle als Geisteszentrum. Das macht Weimar auch heute noch zu einem interessanten Ziel für eine Städtereise. Zumal das «Klassische Weimar» bereits seit 1998 UNESCO-Welterbe ist. Zu den besonderen Gebäuden gehört unter anderem das barocke Goethehaus am Frauenplan, in dem der Dichter fast 50 Jahre lang wohnte. Besonders lohnenswert ist ein Besuch von Weimar von Juni bis September, wenn sich die Stadt während dem «Weimarer Sommer» in eine Open-Air-Bühne verwandelt. Wer im Herbst in die City reist, erlebt die Klassikerstätten vor einer Kulisse aus golden gefärbten Parks und einer angenehm entspannten Atmosphäre.
Foto: Thüringer Tourismus GmbH, Gregor Lengler
Bayreuth: Schlösser, Opernhaus und Wagner
Das Neue Schloss oder das Alte Schloss Eremitage mit seiner historischen Parkanlage mit Wasserspielen: Bayreuth gehört unbestritten zu den schönsten Orten im Bundesland Bayern. Zudem punktet die Stadt mit dem Markgräflichen Opernhaus Bayreuth. Von 1746 bis 1750 erbauten die Theaterarchitekten Giuseppe Galli-Bibiena und sein Sohn Carlo damit etwas ganz Besonderes. Kein Wunder also, dass Komponist Richard Wagner Bayreuth für seine Festspiele wählte. 2026 jährt sich die Eröffnung der Festspiele zum 150. Mal. Bis heute gilt das ganz aus Holz gefertigte Opernhaus als eines der wichtigsten baulichen Zeugnisse der absolutistischen Gesellschaft und gehört seit 2012 den UNESCO-Welterbestätten an. Im April 2023 wurde zudem das neue Welterbe-Informationszentrum und Opernhausmuseum im benachbarten Redoutenhaus eröffnet.
Foto: DZT, Jens Wegener
Bremen: So viel mehr als die Stadtmusikanten
Die Weser als Lebensader, historische Sehenswürdigkeiten und dank der Stadtmusikanten weltberühmt: Bremen ist jederzeit einen Besuch wert. Die Stadt beherbergt ausserdem mit der prunkvollen Fassade des Bremer Rathauses ein Paradebeispiel für die norddeutsche Weserrenaissance. Doch nicht nur von aussen hat das Gebäude einiges zu bieten. Im Innern wartet etwa die «Obere Rathaushalle» mit kunstvoll gestalteten Schiffsmodellen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Wie das Rathaus gehört seit 2004 auch die Bremer «Freiheitsstatue» Roland zu den UNESCO-Welterbestätten. Mit fünfeinhalb Metern Höhe ist Roland die grösste freistehende Plastik des deutschen Mittelalters.
Foto: DZT, Francesco Carovillano
Reiseempfehlungen
Reisetipp 1:Eine Reise mit Excellence Cruises von der alten Römerstadt Trier zum Deutschen Eck, bis zur Residenzstadt Würzburg. Burgen und Schlösser krönen die Hügel, erzählen von vergangenen Zeiten. Eine Flusstrilogie mit unzähligen Facetten
Reisetipp 2: Flussreise mit Thurgau Travel von Saarbrücken über Trier und Münster bis nach Bremen mit der «Freiheitsstatue» Roland also UNESCO-Welterbestätte: «Zwischen Hügeln und Hafenstadt»
Trier: Die alte Dame
Trier ist nicht irgendeine Stadt. Trier wurde im Jahr 16 v. Chr. gegründet und ist damit die älteste Stadt Deutschlands. Dementsprechend gross ist die Dichte an Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel das Kurfürstliche Palais oder das Amphitheater. 2026 feiern zudem die Römischen Baudenkmäler, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier ihr 40-Jahres-Jubiläum als UNESCO-Welterbe. Zum Welterbe selbst gehören der Dom und die Liebfrauenkirche. Dazu kommen die sieben Römerbauten Porta Nigra, Kaiserthermen, Amphitheater, Römerbrücke, Barbarathermen, Konstantinbasilika und der im nahegelegenen Igel stehenden Grabpfeiler der «Igeler Säule».
Foto: DZT, Christof Herdt
Speyer: Geschichte und Wein
Die SchUM-Stätte Speyer gilt, zusammen mit Worms und Mainz, als Wiege des aschkenasischen Judentums. Sie ist Zeugin der langen jüdischen Geschichte Nordwest- und Osteuropas, die am Oberrhein ihren Ursprung hatte. Beweis dafür ist zum Beispiel das ehemalige jüdische Viertel in Speyer mit den Überresten der 1104 errichteten Synagoge und der Frauenschul. 2021 wurden die SchUM-Stätten in die Liste der UNESCO-Welterben aufgenommen. Weitere SchUM-Stätten finden sich in Worms und Mainz, die sich beide für einen Tagesausflug ab Speyer eignen. Speyer punktet aber auch mit der Domkirche St. Maria und St. Stephan, besser bekannt als Speyerer Dom. Er ist das bedeutendste romanische Bauwerk in Deutschland und seit 45 Jahren UNESCO-Welterbe. Ein Besuch von Speyer lohnt sich aber auch sonst. Nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt beginnt mit der Pfalz eine der wichtigsten Weinregionen Europas. Jeweils im Frühling ist es dann in der Stadt Zeit für die Veranstaltung «Wein am Dom» mit rund 700 Weinen und Sekten von mehr als 110 Weingütern und Genossenschaften.
Foto: DZT, Francesco Carovillano
Hildesheim: Viel Spektakel auf kleinem Raum
Hildesheim verbindet beeindruckende Architektur mit Natur direkt vor der Haustür. Mit der Kirche St. Andreas, deren Turm als höchster Kirchturm Niedersachsens gilt, und dem prachtvollen Knochenhaueramtshaus, einem der bekanntesten Fachwerkhäuser Norddeutschlands, zeigt die Stadt ihre historische Vielfalt. Rund um den Hohnsensee und den Hildesheimer Wald eröffnet sich zudem ein grünes Naherholungsgebiet.
UNESCO‑Welterbe sind in Hildesheim seit 1985 die Kirche St. Michaelis und der Dom St. Mariä Himmelfahrt – zwei herausragende Beispiele frühromanischer Baukunst. Am Dom wächst ausserdem der berühmte Tausendjährige Rosenstock, eine Wildrose der Art Rosa canina, deren Blüte sich meist Ende Mai bis Anfang Juni zeigt.
Foto: Lookphotos, Günther Bayerl
55 UNESCO Welterbestätten in Deutschland
Baudenkmäler, Stadtensembles, bedeutende Industrieanlagen und aussergewöhnliche Naturlandschaften hat die UNESCO in Deutschland zum Welterbe erklärt. Alle 55 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland finden sich unter welterbedeutschland.de