2. Heisse Quellen – Natürliche Wellness in der Erde
Island ist ein Wellnessparadies dank zahlreicher heisser Quellen. Die geothermische Energie speist natürliche Pools, in denen du mitten in der Wildnis entspannen kannst.
Ein persönliches Highlight ist Hrunalaug, ein kleiner Naturpool abseits der Touristenpfade, umgeben von moosbedeckten Lavafeldern. Die Ruhe macht das Baden hier zu einem intimen Erlebnis. Die Secret Lagoon bei Flúðir verbindet natürliches Flair mit angenehmem Komfort. Das warme Wasser und die umliegenden Fumarolen schaffen eine mystische Atmosphäre.
Auch im Hochland findest du noch einige versteckte heisse Quellen, die ich besonders schön finde – oft völlig abgeschieden und mitten in der rauen Natur Islands gelegen. Gerade dort wird das Baden zu einem echten Erlebnis fernab der bekannten Spots.
Ich empfehle dir, immer Badesachen und ein kleines Handtuch im Rucksack zu haben. Viele Quellen sind frei zugänglich und laden zum spontanen Eintauchen ein.
3. Thingvellir Nationalpark – Geschichte und Natur vereint
Der Þingvellir Nationalpark ist ein Ort, an dem Geschichte und Geologie verschmelzen. Hier wurde 930 das erste isländische Parlament gegründet – ein Symbol für Gemeinschaft.
Geologisch besonders ist die sichtbare Spalte zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte. Du kannst diese Bruchlinie zu Fuss durchqueren und die Kraft der Erde spüren. Die Landschaft mit klaren Seen, Wasserfällen und weiten Lavafeldern verändert ihre Farben je nach Jahreszeit – von sattem Grün bis zu tiefem Rot und Gold. Ich empfehle einen Spaziergang am frühen Morgen, wenn die Stille nur vom Vogelgezwitscher durchbrochen wird. Das Visitor Center bietet informative Ausstellungen zur Geschichte und Geologie.

Im Þingvellir-Nationalpark wanderst du zwischen zwei Kontinentalplatten durch die beeindruckende Almannagjá-Schlucht. Copyright: Sarah Allmayer
4. Golden Circle – Die Rundreise der Klassiker
Die Golden Circle Tour führt dich zu drei der beeindruckendsten Naturwunder Islands: Þingvellir National Park, dem Geysir Strokkur Geyser und dem mächtigen Gullfoss Wasserfall.
Besonders faszinierend ist Strokkur: Alle paar Minuten schiesst eine Fontäne aus heissem Wasser in die Höhe – ein Moment, der jedes Mal aufs Neue begeistert.
Island ist insgesamt geprägt von aktiven Vulkanlandschaften und geothermalen Phänomenen, besonders im Haukadalur Valley. Genau diese Vielfalt macht den Golden Circle so besonders – du bekommst an nur einem Tag einen eindrücklichen Einblick in die ursprüngliche, kraftvolle Natur des Landes.
5. Gullfoss Wasserfall – Kraftvoller Sturz ins Tal
Der Gullfoss Wasserfall symbolisiert die rohe Kraft Islands. Das Wasser der Hvítá stürzt in zwei Stufen über rund 32 Meter in eine tiefe Schlucht. Bei Sonnenschein zeigt sich oft ein Regenbogen im Sprühnebel, fast wie aus dem Bilderbuch.
Ich erinnere mich noch gut an eine Wanderung entlang des oberen Pfades: Der Wind peitschte um die Ohren, das Rauschen des Wassers war allgegenwärtig – fast wie eine eigene Melodie der Natur. Von den verschiedenen Aussichtsplattformen hast du immer wieder neue, beeindruckende Perspektiven.
Die Wege sind gut ausgebaut und leicht begehbar, trotzdem lohnt es sich, bei Nässe besonders achtsam zu sein – es kann schnell rutschig werden.
«Gullfoss ist ein echtes Naturwunder, das die rohe Kraft Islands in voller Pracht zeigt.»
Sarah Allmayer
6. Mývatn See – Vulkanlandschaft und Vogelparadies
Der Mývatn-See im Norden Islands ist eine Landschaft voller Kontraste. Rund um das Wasser treffen bizarre Lavaformationen auf Pseudokrater und dampfende Schlammlöcher – eine Szenerie, die fast schon unwirklich wirkt.
Als Vogelbeobachterin hat mich dieser Ort besonders fasziniert. Über 80 Vogelarten sind hier zu Hause, darunter auch seltene Arten wie Zwergtaucher oder Prachttaucher. Frühmorgens mit dem Fernglas am Ufer zu stehen, während langsam Leben in die Landschaft kommt, gehört zu meinen schönsten Erinnerungen.
Die nahegelegenen Mývatn Naturbäder sind eine ruhigere und oft weniger überlaufene Alternative zur Blauen Lagune – perfekt, um nach einer Wanderung zu entspannen und die Eindrücke des Tages nachklingen zu lassen.
7. Gletscherlagune Jökulsárlón – Eisberge in leuchtenden Blautönen
Die Jökulsárlón Gletscherlagune hat etwas Magisches. Gewaltige Eisberge brechen vom Vatnajökull-Gletscher ab und treiben langsam durch die Lagune – in schimmernden Blau- und Weisstönen, die je nach Licht immer wieder anders wirken.
Was mich besonders fasziniert, ist diese ständig wechselnde Stimmung: Mal glitzern die Eisberge im Sonnenlicht, mal liegen sie ruhig und fast unwirklich im Nebel. Gleich in der Nähe wartet die Diamantbucht, wo kleine Eisstücke auf dem schwarzen Sandstrand liegen und im Licht funkeln – ein Ort, der seinem Namen wirklich gerecht wird.
Mit einer Bootstour kommst du den Eisbergen ganz nah, was das Erlebnis noch intensiver macht. Im Winter hast du zudem die Möglichkeit, an geführten Touren in Eishöhlen teilzunehmen – ein ganz besonderes Highlight.
Gerade für Schweizer ist diese Region beeindruckend, weil sie eine ganz andere Dimension von Weite zeigt. Die Strassen entlang der Südküste sind gut ausgebaut, sodass du die Gegend entspannt erkunden kannst.

In der Gletscherlagune Jökulsárlón treiben leuchtend blaue Eisberge langsam durch das Wasser. Copyright: Sarah Allmayer
8. Dettifoss – Europas mächtigster Wasserfall
Der Dettifoss ist mit 44 Metern Fallhöhe und 100 Metern Breite der mächtigste Wasserfall Europas. Die schiere Kraft des Wassers und das ohrenbetäubende Rauschen sind etwas, das man nicht nur sieht, sondern richtig spürt.
Die Wanderung dorthin führt durch eine karge, fast mondähnliche Landschaft, die die rohe Seite Islands eindrücklich zeigt. Die nördliche Zufahrt ist im Sommer gut befahrbar, im Winter sind Schneeketten oder geführte Touren empfehlenswert.
9. Reykjavík – Die lebendige Hauptstadt
Reykjavík verbindet auf ganz eigene Weise urbanes Leben mit dieser typischen isländischen Herzlichkeit. Die Kirche Hallgrímskirkja ragt dabei als Wahrzeichen über die Stadt hinaus – und der Blick von oben über die bunten Dächer bis zum Meer ist einfach beeindruckend.
Ich liebe es, durch die farbenfrohen Strassen zu schlendern, in kleine Boutiquen hineinzuschauen und hier und da lokale Spezialitäten zu probieren. Besonders angetan hat es mir das isländische Roggenbrot mit Butter und Lachs – simpel, aber unglaublich gut.
Auch die Street Art gehört für mich fest zu Reykjavík dazu. Überall findest du kreative Murals, die der Stadt ihren besonderen, lebendigen Charakter geben und zeigen, wie viel Kreativität hier steckt.

Die bekannte Regenbogenstrasse in Reykjavík führt direkt zur Hallgrímskirkja und ist ein beliebter Treffpunkt in der Stadt. Copyright: Sarah Allmayer
10. Fjaðrárgljúfur – Die märchenhafte Schlucht
Die Schlucht Fjaðrárgljúfur ist für mich eines dieser versteckten Juwelen im Süden Islands. Über mehr als zwei Kilometer schlängelt sich der Fluss Fjaðrá durch eine tief eingeschnittene, moosbedeckte Schlucht mit steilen Felswänden – fast wie aus einer anderen Welt.
Ich erinnere mich an einen sonnigen Morgen, als ich ganz in Ruhe am Rand entlanggewandert bin. Es war erstaunlich still, nur das leise Plätschern des Wassers aus der Tiefe war zu hören – genau diese Ruhe macht den Ort so besonders.
Die Aussichtspunkte entlang des Weges eröffnen immer wieder neue, spektakuläre Perspektiven und sind perfekt für Fotos. Der Pfad ist gut angelegt, trotzdem solltest du auf festes Schuhwerk und etwas Trittsicherheit achten.
Insider-Tipp
Alle genannten Tipps sind übrigens so gewählt, dass du sie auch ohne 4×4-Fahrzeug problemlos erreichen kannst – ideal also für eine entspannte Reise auf den gut ausgebauten Hauptstrassen Islands.