Inspirationen und Ideen für Reisen im 2024

Überwältigende Sinneseindrücke, Entschleunigung oder die Entdeckung unbekannter Landschaften: Was darf es sein? Diese fünf Reiseziele gehören im Jahr 2024 auf die Bucketlist.

Inspirationen und Ideen für Reisen im 2024

Indien – 1 Land, 1000 Farben und 10 Millionen Götter

Wer bei Sonnenuntergang in der heiligen Stadt Varanasi am Ganges steht, wenn die Menschen zum trägen Fluss strömen, Blumen und schwimmende Kerzen opfern – die Frauen in kunterbunten Saris –, wenn Mantras herüberwehen und die Düfte der Garküchen sich mit jenem der kommenden Nacht mischen, der erlebt einen der magischsten Momente in Asien – und dessen Sinne arbeiten in Höchstform. Die Farben, die Gerüche, Geräusche und Geschmäcker, alles scheint in dem Land, das zurecht als Subkontinent bezeichnet wird, intensiver als im Rest des Planeten. Und deshalb ist Indien unsere All-Time-Trenddestination, die nie langweilig wird. Dieser Meinung ist übrigens auch das Reisemagazin «Lonely Planet», das Indien in die Top 10 der besten Reiseländer für das Jahr 2024 aufgenommen hat. Bei einer Fläche, die 80-mal grösser ist als die Schweiz, den 1,4 Milliarden Einwohnern, 23 Amtssprachen und einer Landschaft, die vom Himalaya über Wüsten bis zu den Tropen reicht, könnte man Jahre unterwegs sein, ohne alles gesehen zu haben. Unser Tipp für einen (ersten) Besuch ist der Bundesstaat Rajasthan im Nordwesten des Landes. Nebst einer einfachen Anreise (nach Rajasthan kann man direkt mit dem Zug oder einem Auto ab Delhi starten) sind es insbesondere die farbenfrohen Städte, die begeistern: das pinke Jaipur, die blaue Stadt Jodhpur und Jaisalmer in der Wüste Thar. Dazu kommen Tigersafaris im Ranthambore-Nationalpark, Besuche auf chaotischen Märkten und in nicht weniger wuseligen Tempeln der Millionen Götter des Hinduismus. Und natürlich gehören Übernachtungen in Palästen dazu. Viele ehemalige Schlösser der lokalen Maharadschas sind mittlerweile zu einigen der besten Luxushotels der Welt umgestaltet worden. incredibleindia.org

Kanalinseln – wo das Leben noch gemütlich ist

Es ist vertrackt mit den Kanalinseln: Geografisch gehören die Eilande im Ärmelkanal zu Frankreich, kulturell sind sie englisch geprägt und politisch ein Mischmasch. Die sieben «Channel Islands» unterstehen direkt dem britischen König, sind aber nicht Teil des Vereinten Königreichs. Manche Gesetzgebung erinnert sogar noch an das Lehnswesen des Mittelalters – skurrile Traditionen, die immer mehr Besucher anziehen. Überhaupt sind es der Hauch von anno dazumal und der gemütliche Lebensstil, die die Kanalinseln zu einer beliebten Feriendestination für all jene machen, die keine Lust auf Rambazamba haben. Insbesondere der Frühling ist eine ideale Zeit für einen Kurzbesuch. Umspült von der Fernwärmeheizung des Golfstroms spriessen auf den Channels 1500 verschiedene Blumenarten – ein Traum für Botaniker und Hobby-Gärtner. Wunderschön sind beispielsweise die verschiedenen Gärten des Herrenhauses Samarès Manor auf Jersey. Oder darf es Kulinarik sein? Auf der Insel Guernsey werden angeblich die besten Austern Europas gezüchtet. visitguernsey.com; jersey.com

Aussicht von den Kanalinseln

Foto: Shutterstock

Tansania – für Gipfelstürmer und Safari-Fans

Man fühlt sich elend auf 5700 Metern Höhe. Aber wenn an der Flanke des Kilimandscharo die Sonne über der weiten ostafrikanischen Ebene aufgeht, vergisst man, dass der Körper in dieser Höhe zu wenig Sauerstoff bekommt – zu intensiv ist dieser Moment. Doch noch sind es knapp 200 Höhenmeter bis zum Dach Afrikas, die einem nochmals alle Kräfte rauben. Aber es lohnt sich: Die Besteigung des Kilimandscharo ist ein Muss und übrigens für Menschen mit normaler Fitness durchaus machbar. Und wenn man wieder vom Berg runter ist? Dann gehts in der Region um die Stadt Arusha zur Safari. Hier liegt der berühmte Serengeti-Nationalpark, der allerdings oft überfüllt ist. Unser Tipp ist der kleinere Tarangire-Nationalpark, in dem die Tiere nicht Teil der grossen Migration sind: Die Chance, die Big 5 zu sehen, ist hier besonders gross – inklusive baumkletternder Löwen. tanzaniatourism.go.tz

Elefantenherde in Tansania.

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Zyperndie vielleicht schönste Insel des Mittelmeers

Die Insel im östlichen Mittelmeer ist ein wahrer Allrounder. Top-Strände, 3000 Jahre Geschichte, erstklassige Resorts: Kein Wunder, zählt Zypern schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Destinationen im Mittelmeer – und der Trend lässt nicht nach, im Gegenteil. Ein Grund mag sein, dass man abseits der Strände Ausflugsabenteuer für jeden Geschmack entdecken kann: Kreuzritterburgen, römische Ruinen, Bergerlebnisse oder Weindegustationen bei Winzern. Was die wenigsten wissen: Zypern ist (fast) eine Ganzjahresdestination. Ab dem Frühling klettern die Temperaturen schon auf angenehme Höhen, die bis weit in den Herbst reichen. Und im Winter kann man auf dem Mount Olympos im Inselinneren sogar Ski fahren. Das bergige Hinterland ist denn auch unser Tipp: In den kleinen Dörfchen und den Klöstern erlebt man Zypern von seiner authentischen Seite. visitcyprus.com

Luftansicht der Insel Zypern.

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Chile – wo die Wüste blüht

Wer das südamerikanische Chile bereist, der braucht Ausdauer. Immerhin ist die «República de Chile» mit 4275 Kilometern das längste Land der Welt – und eines mit den grössten Extremen. Die Landschaftsvielfalt reicht von den Gletschern in Patagonien und den Sechstausendern der Anden bis zur Atacama-Wüste, die bis zu 50-mal trockener ist als das berüchtigte Death Valley in den USA. Und dennoch: Auch in der Atacama-Wüste regt sich das Leben. Etwa alle drei bis zehn Jahre kommt es hier zu einem sogenannten «Super Bloom». Wenn es dann doch mal regnet, erwachen «schlafende» Samen, welche die Wüste in ein Blumenmeer verwandeln. Ganz neu hat Chile dieses Gebiet zum Nationalpark Desierto Florido erklärt. Wem das nicht schon Grund genug für einen Besuch ist, der kann ausserdem Weltklasse-Wein degustieren, vibrierende Städte besuchen oder auf der «Panamericana» zu einem epischen Roadtrip aufbrechen. chile.travel

Blühende Wüste in Chile

Foto: Shutterstock

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