Die schönsten historischen Wanderwege in der Emilia

Die Vielfalt der einzigartigen Landschaften der Emilia in Italien lässt sich am besten im Rhythmus der eigenen Schritte entdecken. Der Wechsel zwischen sanften Hügellandschaften und wilden Bergregionen kann so hautnah erlebt werden.

Die schönsten historischen Wanderwege in der Emilia

Zahlreiche Wander- und Pilgerwege laden dazu ein, die Emilia in Norditalien zu Fuss zu entdecken. Einige der historischen Wege sind bereits seit dem frühen Mittelalter als Pilgerrouten bekannt und können sowohl als Fernwanderung als auch in einzelnen Etappen erwandert werden.

Via Francigena

Eine der bekanntesten Pilgerrouten, die Via Francigena, durchquert das Herz des Apennins in den Provinzen Piacenza und Parma. Auf fünf abwechslungsreichen Etappen lassen sich die Flüsse Po und Nure, die tiefen Wälder und romantischen Täler der Emilia sowie zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten entdecken. Zu den Höhepunkten zählen die Zisterzienserabtei Chiaravalle della Colomba, der Dom von Fidenza und der Dom von Berceto. Kulinarische Höhepunkte wie Anollini, kleine gefüllte Nudeln, die am besten mit viel Parmesankäse serviert werden, und lokale Köstlichkeiten mit Steinpilzen aus Berceto runden das Erlebnis entlang der Via Francigena ab.

Via Francigena, Wandern in der Emilia.

Foto: Visit Emilia

Via degli Abati

Die Via degli Abati, der historische Weg der Äbte, durchquert den toskanisch-emilianischen Apennin in den Provinzen Piacenza und Parma. Der anspruchsvolle Weg ist vor allem für geübte Wanderer ein Genuss. Er ist auch bei Marathonläufern beliebt. „The Abbots Way“ zählt zu den bedeutendsten Ultramarathons in der Natur. Von der mittelalterlichen Stadt Bobbio mit der eindrucksvollen Teufelsbrücke und der Abtei San Colombano führt die Route durch romantische Bergdörfer, felsige Schluchten und in das malerische Dorf Bardi mit seinem imposanten Schloss. Die Via degli Abati führt in sechs Etappen durch die Emilia und endet in Borgo Val di Taro, das für seine köstlichen Steinpilzgerichte bekannt ist.

Wandern und Pilgern in der Emilia.

Foto: Visit Emilia

Via Matildica del Volto Santo

Die Via Matildica del Volto Santo folgt den historischen Spuren der Markgräfin Mathilde von Canossa, einer der mächtigsten Adeligen Italiens in der zweiten Hälfte des 11 Jahrhunderts. Sie vermittelte in einem Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV., den damals mächtigsten Männern Europas, und verhinderte eine Spaltung der christlichen Welt. Der „Gang nach Canossa“, der Bittgang Heinrichs IV. war für die damalige Welt von so grosser Bedeutung, dass er sich bis heute in unserem Sprachgebrauch erhalten hat.

Die Via Matildica del Volto Santo beginnt in Reggio Emilia. Der Weg führt in sechs Etappen durch die Region, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Ort Canossa mit den Überresten der Burg von Canossa und dem bedeutenden Landwirtschaftszentrum Toano. Die Wanderung endet auf 1.525 Metern Höhe in San Pellegrino in Alpe, der höchstgelegenen Ortschaft des Apennins. Kulinarisch wird dieser Wanderweg vom Geschmack des Parmigiano Reggiano und des Aceto Balsamico di Reggio Emilia DOP geprägt.

Via dei Linari

Der Via dei Linari steht ganz im Zeichen von traumhafter Natur, Kunst, guter Küche und Wein. Der ideale Wanderweg für Geniesser! Er führt durch das Land des Parmaschinkens und durch liebliche Weingegenden. Parma, UNESCO-Weltkulturerbe der Gastronomie, ist die zweite Station der insgesamt sechs Etappen der Via dei Linari. Weiter geht es durch das Gebiet der DOP-Weine Colle di Val Parma und durch Langhirano, wo sich ein Besuch des Parmaschinken-Museums lohnt. Vorbei an Abteien, Kirchen und verträumten Dörfern endet die Via dei Linari am Passo Langastrello auf 1200 Metern Höhe.

Wandern und Pilgern in der Emilia.

Foto: Visit Emilia

Sentiero dei Ducati

Einer der landschaftlich schönsten Wanderwege der Emilia ist der Sentiero dei Ducati. Er führt durch kleine historische Dörfer, weite Wiesen und Wälder im malerischen Tal des Flusses Enza. Der Sentiero dei Ducati kann in sieben Tagesetappen in der Region Emilia erwandert werden. Das Gebiet auf der Strecke von Reggio Emilia nach Rigorso in der Provinz Parma ist noch sehr ursprünglich und wenig bekannt. Sanfte Hügel, verträumte Dörfer, romantische Burgen und schliesslich die hohen Pässe des Apennins lassen jedes Wanderherz höher schlagen.

Ob als Tagesetappe oder mehrtägige Wanderung, die Routen führen durch die idyllische Landschaft der Emilia und bieten Wanderungen für jeden Schwierigkeitsgrad. Ob erfahrener Weitwanderer oder Wanderanfänger, die Emilia bietet eine Vielzahl von Wanderwegen, die besonders im Frühjahr und Frühsommer das Herz eines jeden Outdoor-Fans höher schlagen lassen.

Die unberührte Schönheit dieser Region im Rhythmus der eigenen Schritte und mit allen Sinnen zu erleben, ist ein traumhaftes Erlebnis. Von sanften Hügeln über duftende Weinberge bis hin zu majestätischen Berggipfeln bietet die Emilia für jeden Geschmack das passende Terrain.

Travel Basics

Hinkommen Mit der Bahn von Zürich nach Piacenza, Parma oder Reggio Emilia mit einmaligem Umsteigen in Mailand. sbb.ch

Rumkommen Wer die Region entdecken will, sollte sich ein Mietauto gönnen. Mit dem ÖV wird es ausserhalb der Städte schwierig. 

Informationen: visitemilia.com

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