Endlose Sandstrände, märchenhafte Altstädte und eine Natur, die manchmal fast unberührt wirkt, machen das Baltikum zu einem spannenden Reiseziel in Europa. 15 Gründe, warum sich eine Reise nach Estland, Lettland und Litauen lohnt.
Mittelalterliche Stadtmauern, einsame Ostseeinseln und Wälder, in denen noch Braunbären leben. Das kleine Land überrascht mit viel Natur, grosser Geschichte und einer bemerkenswert modernen Denkweise.
Tallinn entführt ins Mittelalter
Die Hauptstadt von Estland Tallinn gehört zu den schönsten Altstädten Europas. Hinter den mächtigen Stadtmauern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Kopfsteinpflaster, verwinkelte Gassen, Kaufmannshäuser und Kirchtürme prägen das Bild der UNESCO-geschützten Altstadt. Im Sommer, wenn es kaum dunkel wird, steigen in Tallinn die Festivals und die langen Abende werden ausgiebig gefeiert. Ein Highlight ist das Altstadtfest und die Mittelaltertage, wenn Musikanten, Handwerker und Ritter die historische Altstadt beleben. Dann verwandelt sich die Hauptstadt in eine einzige grosse Freiluftbühne.
Tipp: Besonders schön ist der Blick vom Turm der Domkirche über die roten Dächer bis hinaus auf den Finnischen Meerbusen. Mehr Infos zu Tallinn
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Natur pur im Lahemaa-Nationalpark
Nur eine Autostunde von Tallinn entfernt, beginnt eine völlig andere Welt. Der Lahemaa-Nationalpark mit seinen dichten Wäldern, geheimnisvollen Mooren, einsamen Buchten und historischen Gutshöfen ist eine der ursprünglichsten Naturregionen der Ostsee. Wanderwege führen durch eine Landschaft, die stellenweise wirkt, als hätte sie sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Mit etwas Glück lassen sich sogar Braunbären, Elche oder Wölfe entdecken. Man kann sich einer geführten Tour anschliessen. Mehr Infos zum Nationalpark Lahemaa
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Sommerferien in Pärnu
Sobald die Temperaturen steigen, zieht es die Esten nach Pärnu. Der beliebte Badeort lockt mit einem langen Sandstrand, Strandcafés und entspanntem Ferienflair. Familien planschen im flachen Wasser, Jugendliche feiern Beachpartys und Erholungssuchende lassen sich in traditionsreichen Kurhotels verwöhnen. Nicht umsonst gilt Pärnu als die Sommerhauptstadt des Landes.
Tipp: Die Villa Ammende gilt als das schönste Jugendstilhaus Estlands. Wer in dem Hotel kein Zimmer ergattert, sollte zumindest das Restaurant besuchen! Mehr Infos zu Pärnu
Saaremaa lädt zum Durchatmen ein
Wer Entschleunigung sucht, findet sie auf Saaremaa. Die grösste Insel Estlands war während Jahrzehnten militärisches Sperrgebiet und blieb dadurch weitgehend unberührt. Heute prägen Windmühlen, reetgedeckte Bauernhäuser und kleine Fischerdörfer die Landschaft. Hier scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Das grösste Abenteuer besteht darin, einfach nichts zu tun und ein Bier zu trinken.
Tipp: Saaremaa ist bekannt für ihre privaten Bierbrauereien. Unbedingt probieren.
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Lettland
Zwischen Jugendstilmetropole, Ostseestränden und uralten Traditionen entfaltet Lettland seinen ganz eigenen Charme. Besonders im Sommer, wenn die Nächte kurz und die Feste lang sind, zeigt sich Lettland von seiner schönsten Seite.
Riga versprüht Jugendstil und Lebensfreude
Riga ist die grösste Stadt des Baltikums und für viele Besucher die schönste. Die lettische Hauptstadt begeistert mit prachtvollen Jugendstilfassaden, eleganten Boulevards und einer lebendigen Altstadt. Rund 800 Jugendstilgebäude machen Riga zu einem Mekka für Architekturfans. Gleichzeitig pulsiert in den Cafés, Märkten und Bars das moderne Leben.
Kaum eine Region Europas wurde im 20. Jahrhundert so stark von Fremdherrschaft geprägt wie das Baltikum. In Riga lässt sich diese bewegte Vergangenheit besonders eindrücklich nachvollziehen. Das Okkupationsmuseum erzählt von den Jahren unter nationalsozialistischer und sowjetischer Herrschaft und hilft, die Identität der baltischen Staaten besser zu verstehen.
Tipp: Einen besonderen Zugang zur Seele Rigas bieten die literarischen Touren mit dem Schriftsteller Matthias Knoll. Spritzig, improvisierend und dramatisch führt Knoll mit Texten lettischer Autoren durch Rigas Gassen.
Nur eine halbe Stunde von Riga entfernt wartet ein Strandparadies. Jūrmala begeistert mit historischen Holzvillen und einem 33 Kilometer langen Sandstrand. An warmen Sommertagen fühlt man sich hier eher ans Mittelmeer versetzt als an die Ostsee. Und wer Glück hat, findet am Strand einen der Bernsteine, die hier angespült werden. Mehr Infos zu Jurmala
Sigulda, die lettische Schweiz
Tiefe Täler, Sandsteinhöhlen, dichte Wälder und mittelalterliche Burgruinen haben der Region rund um Sigulda den Beinamen «Lettische Schweiz» eingebracht. Sowohl für Naturbegeisterte als auch für Geschichtsinteressierte gibt es einiges zu entdecken. Die Gutmannshöhle ist die grösste Höhle des Baltikums und fasziniert mit historischen Inschriften. Highlights sind die Burg Turaida, die mittelalterliche Burg Sigulda oder das Schloss Sigulda. Besonders reizvoll sind Wanderungen durch den Gauja-Nationalpark oder Kanufahrten auf dem gleichnamigen Fluss.
Militärische Sperrgebiete hinterliessen nach dem Abzug der Sowjets fast unberührte Naturlandschaften. Um den moorigen Pape See in der Nähe der Stadt Liepāja ist ein kleiner Naturpark entstanden, in dem im Herbst etwa 50’000 Zugvögel eine Pause einlegen – ein Paradies für Vogelliebhaber! Zudem lassen sich hier beim Wandern ausgewilderte Wildpferde, Wisente und eine Nachzüchtung der ausgestorbenen Auerochsen beobachten. Mehr Infos zum Naturpark Papes
Wander-Tipps:
Der 9 Kilometer lange Pfad der Naturprozesse führt durch fünf Ökosysteme – dem See, der Wiese, dem Wald, dem Moor und den Dünen.
Der 32 Kilometer lange Seepfad führt entweder zu Fuss oder mit dem Fahrrad um den See herum.
Auf dem Orchideenpfad kann man nicht nur die Auerochsen und die Wildpferde, sondern auch die in Lettland seltenen Orchideenarten besichtigen.
Litauen
Litauen begeistert mit barocken Prachtbauten, mystischen Kultstätten und eindrücklichen Naturlandschaften. Das südlichste Baltikum-Land verbindet kulturelle Vielfalt mit entspannter Gelassenheit.
Vilnius begeistert mit barocker Eleganz
Vilnius trägt viele Beinamen: Perle des Barock, Jerusalem des Nordens oder Rom des Ostens. Tatsächlich besitzt die litauische Hauptstadt eine ganz besondere Ausstrahlung. Die Altstadt gehört zu den grössten Barock-Ensembles Europas und begeistert mit Kirchen, Klöstern, Innenhöfen und verwinkelten Gassen. Ein Höhepunkt ist die historische Universität, die fast einer eigenen kleinen Stadt gleicht.
Im Herzen von Vilnius liegt die wohl ungewöhnlichste Republik Europas. Der Künstlerstadtteil Užupis erklärte sich 1997 scherzhaft für unabhängig und gab sich eine eigene Verfassung. Darin steht unter anderem, dass jeder Mensch das Recht hat, glücklich oder unglücklich zu sein. Heute locken Galerien, Strassenkunst, Cafés und kreative Veranstaltungen Besucher aus aller Welt an. Mehr Infos zu Vilnius
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Die Kurische Nehrung, ein Königreich aus Wasser, Sand und Wind
100 Kilometer Dünenlandschaft zwischen Ostsee und Kurischem Haff – die UNESCO-geschützte Kurische Nehrung gehört zu den spektakulärsten Landschaften Europas. Manche Dünen erreichen Höhen von bis zu 50 Metern. Dazwischen liegen stille Fischerdörfer, Kiefernwälder und einsame Strände. Besonders schön lässt sich die Region mit dem Velo erkunden.
Tipp: Die Kurische Nehrung ist bequem per Fähre von der Hafenstadt Klaipėda erreichbar. Für die Einfahrt mit dem Fahrzeug wird eine einmalige Umweltgebühr erhoben. Diese ist an den Mautstationen zu entrichten. Mehr Infos zur Kurische Nehrung
Der Berg der Kreuze bei Šiauliai
Es sollen 100’000 Kreuze sein, die nahe der Stadt Šiauliai in den Himmel ragen. Der Berg der Kreuze ist einer der eindrücklichsten und zugleich bewegendsten Orte Litauens. Während der Sowjetzeit wurde er zum Symbol des Widerstands und der Hoffnung. Es herrscht eine mystische Stimmung, wenn die an den Kreuzen hängenden Gebetsketten und Kränze im Wind ein leises klapperndes Geräusch abgeben, das an ein fernes Glockengeläut erinnert. Leider wurde ein Teil der Kreuze vernichtet, als im Frühjahr 2022 auf dem Berg ein Feuer ausbrach. Bis heute kommen regelmässig Pilger und Reisende aus aller Welt hierher. Mehr Infos zum Berg der Kreuze
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Mittelalter-Romantik in Trakai
Nicht weit von Vilnius liegt Trakai, weltbekannt für die im 14. Jahrhundert errichtete gotische Wasserburg. Einst Sitz des litauischen Grossfürsten, ist sie heute das einzige erhaltene Inselschloss in Osteuropa. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn sich die roten Backsteinmauern im Wasser spiegeln. Sehenswert ist auch die Altstadt mit den hölzernen Karäer-Häusern und das Schloss Užutrakis. Mehr Infos zu Trakai
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Travel Basics
Hinkommen Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic baut ihr Streckennetz ab der Schweiz weiter aus. Seit dem 3. Mai 2026 verbindet die Airline Zürich neu direkt mit Vilnius, der Hauptstadt Litauens mit drei wöchentlichen Flügen jeweils montags, donnerstags und sonntags. Damit nimmt Air Baltic nach Riga bereits die zweite Direktverbindung ab Zürich und insgesamt die dritte ab der Schweiz ins Programm. Air Baltic
Reinkommen Für Schweizerinnen und Schweizer genügt eine gültige Identitätskarte oder ein Reisepass. Alle drei Länder gehören zum Schengen-Raum.
Rumkommen Die Distanzen zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind überschaubar. Am flexibelsten reist man mit dem Mietwagen. Gute Busverbindungen verbinden zudem die grossen Städte.
Reisezeit Von Mai bis September. Besonders reizvoll sind die langen Sommertage rund um die Sonnenwende im Juni, wenn es kaum dunkel wird.
Must-sees Tallinn, Riga, Vilnius, die Kurische Nehrung, den Lahemaa-Nationalpark, Jūrmala, Sigulda oder die Wasserburg Trakai.
Gut zu wissen Die baltischen Staaten überraschen mit einer ausgezeichneten touristischen Infrastruktur sowie einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Kommunikationsexpertin mit 25 Jahren Erfahrung im Tourismus und Mitgründerin von TravelMagazin – liebt Offroad-Abenteuer im Pick-up und die Wildnis fernab der Touristenpfade.