Okavango-Delta, Gorilla-Trekkings, Amboseli-Nationalpark: Afrika bietet Tierbegegnungen der Extraklasse. Doch auch abseits der berühmten Nationalparks sind spektakuläre Naturerlebnisse garantiert. Das ist unsere Safari-Bucketlist für das Jahr 2026.
Botswana, im südlichen Afrika gelegen, bietet einige der beeindruckendsten Safari-Erlebnisse weltweit. Im Herzen des Landes liegt das Okavango-Delta, ein einzigartiges Ökosystem, das sich in die Kalahari-Wüste ergisst. Dieses grösste Feuchtgebiet Afrikas beherbergt eine aussergewöhnliche Artenvielfalt, darunter die grösste Elefantenpopulation des Kontinents mit etwa 130.000 Tieren. Das Delta, mit seiner Mischung aus Wasserkanälen, Seen und Trockenland, ist ein Paradies für Wildtiere. Hier können Besucher Nilpferde, Krokodile, Grosskatzen, Antilopen und eine Vielzahl von Vögeln in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Die Tiersichtungen sind hier besonders eindrucksvoll und ungestört, da das Gebiet weniger Touristen anzieht als andere beliebte Safariziele Afrikas. Botswana setzt auf einen exklusiven Tourismus mit wenigen, aber hochwertigen Lodges in den Schutzgebieten. Diese bieten komplette Pakete mit Vollpension und vielfältigen Safariaktivitäten an, sowohl im Jeep als auch per Paddelboot. Besonders intensiv ist das Erlebnis auf dem Wasser, wo man der Tierwelt auf Augenhöhe begegnet.
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Tansania – Abseits der Massen
Tansania lockt jährlich 1,2 Millionen Besucher mit seiner faszinierenden Tierwelt an, insbesondere mit den berühmten „Big 5“: Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel und Elefant. Die Mehrheit der Safari-Enthusiasten konzentriert sich auf den Norden des Landes, wo der weltbekannte Serengeti-Nationalpark und der Ngorongoro-Krater mit ihrer beeindruckenden Fauna liegen. Obwohl diese Nationalparks zu Recht berühmt sind, können die staubigen Pisten in der Hochsaison recht überlaufen sein. In Tansania gibt es aber auch zahlreiche spektakuläre Safari-Ziele abseits der Touristenmassen. Im Norden liegt beispielsweise der kleinere Tarangire-Nationalpark, wo die Chancen, die Big 5 zu sichten, besonders hoch sind – hier kann man sogar baumkletternde Löwen beobachten. Die Tiere in diesem Park sind nicht Teil der grossen Migration. Im Süden des Landes befinden sich das Selous Game Reserve und der Ruaha-Nationalpark, die deutlich weniger Besucher anziehen. Der Ruaha-Nationalpark ist mit 20.000 Quadratkilometern der grösste Ostafrikas. Zusammen mit zwei angrenzenden Schutzgebieten umfasst dieses Ökosystem eine Fläche, die der gesamten Schweiz entspricht.
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Angola – Unbekannte Safari-Destination
Angola dürfte bei den meisten noch nicht auf der touristischen Landkarte stehen. Dabei gibt es unter anderem mit der Hauptstadt Luanda mit seiner Festung São Miguel, dem Zentrum der portugiesischen Kolonialherrschaft, den Kalandula-Wasserfällen, den imposanten schwarzen Felsen Pedras Negras oder dem Küstenort Cabo Ledo sehr viel Spannendes zu entdecken. Ebenfalls zu sehen sind jede Menge Tiere. Dies zum Beispiel auf einer Safari im Kissama-Nationalpark. Dieser liegt nur gerade rund 75 Kilometer südlich von Luanda und erstreckt sich über fast 10 000 Quadratkilometer. Der wohl bekannteste Nationalpark des Landes ist Heimat von Elefanten, Giraffen, Gnus, Zebras, Krokodilen, Geparden, Nashörnern, Flusspferden, Meeresschildkröten, verschiedenen Gazellen- und Affenarten sowie Zwergbüffeln. Die heutige vielfältige Tierwelt ist alles andere als selbstverständlich, denn der 1957 gegründete Nationalpark wurde während des Bürgerkriegs schwer beschädigt. Ein Grossteil der Tierarten der Region war fast ausgerottet oder stark dezimiert. Glücklicherweise konnten im Jahr 2001 Elefanten aus Botswana und Südafrika erfolgreich wieder angesiedelt werden.
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Kenia – Vor der Kulisse des Kilimandscharo
„Am Fusse der Ngong-Berge, nur einen Steinwurf vom Äquator entfernt, lag meine Farm in Afrika.“ Mit diesen Worten beginnt Tania Blixens „Jenseits von Afrika“, ein Werk, das der Schriftsteller Truman Capote als eines der herausragendsten des Jahrhunderts betitelte. In diesem autobiografischen Roman zeichnet die dänische Autorin ein liebevolles Porträt des kolonialen Kenias, wo sie einst eine Farm bewirtschaftete. Ihre Schilderungen spiegeln die Faszination wider, die Kenia bis heute ausstrahlt: Ein Land, das kulturelle Vielfalt, traumhafte Strände und erstklassige Safarierlebnisse vereint. Selbst am Rande Nairobis, im gleichnamigen Nationalpark, lassen sich Nashörner und Leoparden in freier Wildbahn beobachten. Doch das wahre Juwel Kenias ist der Amboseli-Nationalpark an der Grenze zu Tansania. Hier, vor der majestätischen Kulisse des Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg, entfaltet sich ein einzigartiges Naturschauspiel mit Giraffen, Elefanten und jagenden Geparden.
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Südafrika – Eldorado für Safari-Fans
Als beliebtestes Reiseziel Afrikas zieht Südafrika zahlreiche Schweizer Touristen an, wobei besonders die Kapstadt-Region fasziniert. Diese Metropole vereint Weltoffenheit und Dynamik mit erstklassigen Weinanbaugebieten und beeindruckenden Naturerlebnissen in unmittelbarer Nähe. Zudem sind Safarimöglichkeiten nie weit entfernt: Über 500 private Wildreservate und zahlreiche staatliche Schutzgebiete verteilen sich über das Land. Der Krüger-Nationalpark im Osten ist dabei der bekannteste und meistbesuchte Park. Obwohl ein Besuch dort zweifellos ein Höhepunkt ist, gibt es für jene, die etwas neues suchen, viele ebenso spannende, aber weniger frequentierte Alternativen. Der Hluhluwe-Imfolozi Game Park nahe Durban beispielsweise beherbergt die grösste Nashornpopulation des Landes. Auch der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark an der Grenze zu Botswana lohnt einen Besuch mit seiner faszinierenden Wüstenlandschaft.
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Sambia – Der Geheimtipp
Sambia ist als Reise- und Safaridestination immer noch ein Geheimtipp – schon allein, um Obwohl noch weitgehend unentdeckt, bietet Sambia als Safari- und Reiseziel aussergewöhnliche Erlebnisse. Die Victoria-Fälle, die grössten Wasserfälle der Welt, sind allein schon ein Grund für einen Besuch. Mit einer Fläche, die etwa 20-mal so gross ist wie die Schweiz, beeindruckt Sambia durch 20 Nationalparks. Besonders hervorzuheben ist der Lower Zambezi National Park, der bis 1983 als privates Wildreservat des damaligen Präsidenten diente. Dieser besondere Status hat dazu beigetragen, dass das Gebiet zu einer der ursprünglichsten Regionen Afrikas zählt. Seit seiner Eröffnung als Nationalpark am Ufer des Sambesi hat das Gebiet den Massentourismus vermieden und bietet Besuchern die Möglichkeit, alle „Grossen“ der afrikanischen Tierwelt in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
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Uganda – Gorillas und Nationalparks
Gorilla-Trekkings haben Ugandas Westen zu einem beliebten Reiseziel für Touristinnen und Touristen gemacht. Weit weniger bekannt ist hingegen der Osten des Landes. Dieser bietet einen spannenden Mix aus Natur und Kultur sowie ein authentisches Eintauchen ins Leben der Bevölkerung. Ein besonderer Ort ist dabei der Kidepo-Valley-Nationalpark – eines der wildesten und abgelegensten Safari-Ziele Afrikas. Das Naturschutzgebiet liegt im äussersten Nordosten Ugandas an der Grenze zum Südsudan. Hier lassen sich etwa Büffelherden, Elefanten, Löwen, Husarenaffen, Rothschild-Giraffen sowie eine Vielzahl von Antilopen und nachtaktiven Fleischfressern beobachten. Tierfans sind in Uganda aber ohnehin am richtigen Ort: Das Land verfügt über insgesamt 15 Nationalparks und Wildreservate. Der Murchison-Falls-Nationalpark mit dem gleichnamigen Wasserfall ist dabei der grösste. Hier donnern 300 000 Liter Wasser pro Sekunde 42 Meter in die Tiefe.