Sieben Sommererlebnisse in der Schweiz

Der Sommer entfaltet seine ganze Vielfalt. Egal, ob auf dem Wasser, dem Bike oder im Planwagen unterwegs – es gibt unzählige Möglichkeiten, den Sommer in der Schweiz von seiner schönsten Seite zu geniessen. Wir haben Tipps für abwechslungsreiche Abenteuer.

Taubenlochschlucht für Schattensuchende

Wenn das Thermometer im Sommer stetig steigt und die Hitze kaum noch auszuhalten ist, bietet eine Wanderung durch eine Schlucht wohltuende Erfrischung. Die Taubenlochschlucht, eingebettet zwischen Bözingen und Frinvillier, zieht sich über etwa drei Kilometer entlang des Flussbetts der Schüss. Schon seit 1927 steht dieses eindrucksvolle Naturparadies teilweise unter Naturschutz und begeistert Besuchende mit seiner wilden, schattigen Kulisse. Der Einstieg ist unkompliziert: Vom Bahnhof Biel bringt ein Bus in Richtung Eisbahn Wanderlustige direkt zur Haltestelle Biel Taubenloch. Wer am Ende der Schlucht in Frinvillier ankommt, kann bequem mit dem Regionalzug zurück nach Biel fahren. Die Taubenlochschlucht ist somit nicht nur für ihre erfrischende Atmosphäre, sondern auch für die einfache Erreichbarkeit ideal.  taubenloch.org

Taubenlochschlucht bei Biel

Foto: Christoph Sonderegger

Hochprozentiges Wandern für Geniesser

Der Appenzeller Whisky-Trek kombiniert Wandergenuss mit regionaler Brennkunst: Die Route führt zu mehreren Berggasthäusern im Alpstein, von denen jedes seinen eigenen Whisky direkt vor Ort im Eichenfass lagert und ausschenkt. Die exklusiven Editionen sind nur in den jeweiligen Gaststätten erhältlich – ein echtes Sammlererlebnis für Whiskyfreunde. Beim Kauf einer 10cl-Flasche erhält man einen nummerierten Fass-Bon, der in den offiziellen Whiskytrek-Sammelpass eingeklebt wird. Wer fleissig sammelt und alle Bons zusammenbringt, kann seinen Pass einreichen und wird am Ende mit einer besonderen Auszeichnung belohnt: einem edlen Ledergürtel mit Echtsilberschnalle – limitiert und nur für «Finisher» erhältlich. Der Sammelpass ist direkt in den teilnehmenden Gasthäusern sowie im Brauquöll Besucherzentrum in Appenzell erhältlich. Whiskey Trek

Whiskytrek im Appenzell

Foto: Brauerei Locher AG

Genusswandern am Murtensee

Wer Lust auf entspannte Wanderungen und kulinarische Entdeckungen hat, findet rund um den Murtensee ein wahres Paradies. Vom 653 Meter hohen Mont Vully aus eröffnet sich ein grandioser Blick auf den Murten- und den Neuenburgersee, mit dem Jura und den Alpen am Horizont. An den sonnigen Hängen gedeihen traditionsreiche Rebsorten wie Pinot Noir und Chasselas, die das Landschaftsbild und die kulinarische Identität der Seeland-Region prägen. Verschiedene Themenwege laden dazu ein, mehr über die Geschichte des Weinbaus, die verschiedenen Traubensorten und die Pflege der Reben am Vully zu entdecken. Ein Tipp ist der fünf Kilometer lange Rundweg «Chemin Chasselas». Dieser führt malerisch durch die Dörfer Constantine, Montmagny, Bellerive und Cotterd und vermittelt auf anschaulichen Tafeln Wissenswertes direkt am Wegesrand. Nicht verpassen bei einem Ausflug in die Murtensee-Region sollte man die lokale Spezialität «Nidlechueche», zum Beispiel bei einem Kafi-Halt in der Bäckerei Aebersold im schönen Städtchen Murten. Lecker! Region Murtensee; Bäckerei Aebersold

Städtchen Murten im Kanton Freiburg

Foto: Fribourg Region

Planwagen-Abenteuer im Jura 

Einmal wie im Wilden Westen reisen, ohne Überraschungen am Wegesrand – das ermöglicht eine Planwagenfahrt durch den malerischen Schweizer Jura. Hier werden kleine und grosse Abenteurer zu Gespannführern: Die gut ausgebildeten Pferde sorgen dafür, dass auch Einsteiger den Wagen gefahrlos lenken können. Die Route führt über ruhige Nebenstrassen und schattige Waldwege. Perfekt, um entspannt die Landschaft zu geniessen. Übernachtungen finden ganz bodenständig auf Bauernhöfen statt, wo nicht nur die Reisenden, sondern auch die Pferde bestens versorgt werden. Diese besondere Reiseform mit echtem «Zigeuner-Charme» lässt sich unter anderem auf der Ajoie-Tour von Eurotrek erleben. Drei Tage lang tuckert man gemütlich von Courtedoux über Mormont nach Porrentruy, mit Tagesetappen von rund 13 Kilometern und zirka drei Stunden Fahrzeit pro Tag. eurotrek.ch

Planwagenfahrt im Jura

Foto: Eurotrek

Kulinarisches Herz der Alpen

Im ehemaligen Kapuzinerkloster von Stans vereint das Culinarium Alpinum seit 2020 Wissen, Handwerk und Genuss rund um die alpine Kulinarik. Die Idee stammt vom Food-Scout und Autor Dominik Flammer, umgesetzt wurde sie gemeinsam mit Gastgeber Peter Durrer und seinem engagierten Team. In der einstigen Klosteranlage befindet sich heute ein Ort für bewussten Genuss: Das frühere Refektorium dient als Gaststube mit lokal-regionaler Küche. Die «begehbare Weinkarte», ein Weinzimmer, lädt zum Kennenlernen eines erlesenen Sortiments an Schweizer Weinen ein. Im Klosterladen können einheimische Produkte gekauft werden und im Reifekeller liegen Alpsbrinz-Käse, die in acht Alphütten hergestellt werden. Stilvoll umgebaute Gästezimmer laden zum Übernachten ein. Ein besonderes Highlight ist die «essbare Landschaft» – ein grosser Garten mit über 250 einheimischen, alten und teils unbekannten Sorten an Obst, Beeren, Nüssen, Gewürzsträuchern und Kräutern, wie der roten Safner Himbeere, Zwergmehlbeeren, Mispeln oder Indianerbananen. Naschen ist ausdrücklich erlaubt. culinarium-alpinum.com

Der Alpsprinzkeller im Culinarium Alpinum, Stans.

Foto: ZVG

Aareböötle – Das Sommererlebnis für Wasserratten

Ein Schlauchboot, ein Paddel, Schwimmweste und ein Picknick – mehr braucht es nicht, um auf der Aare eine der beliebtesten Sommeraktivitäten zu starten. Das «Böötle» gilt als Klassiker unter den Ausflügen und führt über rund 25 Kilometer von Thun nach Bern. Startpunkt ist das Restaurant Bellevue in Thun Schwäbis. Bereits nach etwa fünf Kilometern wartet das erste Highlight: die berüchtigte Uttiger Schwelle. Grossflächige Felsen mitten im Fluss sorgen dort für unvorhersehbare Wirbel – Vorsicht ist hier geboten! Je nach Tempo dauert die Fahrt zwischen drei und fünf Stunden. Unterwegs passiert man sieben Brücken und zahlreiche kleine Inseln sowie grasbewachsene Stellen, ideal zum Sonnenbaden und Grillieren. Kurz vor dem Ende taucht das Bundeshaus imposant über der Aare auf. Der Ausstieg befindet sich beim Flussbad und Camping Eichholz. Ein wichtiger Hinweis: Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass jede Person eine Rettungsweste oder einen Rettungsring mitführt (weiter Sicherheitshinweise gibt es hier). Von Eichholz aus ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zur Berner Altstadt, wo man den Böötle-Tag in einem der gemütlichen Restaurants ausklingen lassen kann. madeinbern.com 

Im kühlen Nass in der Aare in Bern

Foto: Bern Welcome, Ivo Scholz (auch Auftaktbild)

Stoneman Glaciara – Harte Strecke für echte Bikefans

127 Kilometer Strecke und stolze 4700 Höhenmeter: Wer sich dem Stoneman Glaciara stellt, braucht Ausdauer, Technik – und starke Waden. Die Mountainbike-Route führt in drei Etappen durch beeindruckende Hochgebirgslandschaften rund um den Aletschgletscher, den mit 23 Kilometern längsten Eisstrom der Alpen, und zurück nach Mörel. Über alpine Übergänge wie den Breithornpass, durch das wilde Binntal und entlang der Rhone Richtung Obergoms führt der Trail durch ursprüngliche Dörfer und spektakuläre Natur. Wer trotz Anstrengung noch Kraft und Musse hat, kann die Tour als sportliches Sightseeing nutzen – Ausblicke inklusive. Gefahren wird individuell, das Ziel ist, die gesamte Strecke zu bewältigen. Dabei stehen drei Varianten zur Auswahl: Stoneman Basic, Trophy Stone oder Trophy Complete – je nachdem, ob man sich ein, zwei oder drei Tage Zeit nehmen möchte. stoneman-glaciara.com

Biker fahren über felsigen Weg an Berghang

Foto: Shutterstock

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